Habe ich mit einer Fotoakkreditierung immer freien Eintritt?

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Habe ich immer freien Eintritt?
Kann ich jemanden zum Konzert mitnehmen?
Ist jede Fotoakkreditierung gleich?

Nach dem Lesen des Blogbeitrags weißt Du, welchen Umfang Deine Akkreditierung haben kann und ob Du Eintritt  zahlen musst.

Nein, eine Fotoakkreditierung kann sich nicht nur bei Einschränkungen für das Fotografieren unterscheiden sondern auch im Umfang weiterer Leistungen durch den Veranstalter. Um diese Leistungen geht es hier.

Der typische Fall:
Mit einer Fotoakkreditierung bekommt der Fotograf freien Eintritt und verlässt das Event nach der Fotografierzeit.

Dieser Fall trifft sicher auf 80% der Events zu.

Aber es gibt auch Abweichungen:

1. Fotograf soll Eintritt zahlen
Dies könnte der Fall sein, wenn der Veranstalter bei einer Akkreditierungsanfrage einen Hobby-Fotografen vermutet. Oder auch wenn der Veranstalter denkt, dass ihm der Fotograf keinen Vorteil bringt (z. B. keine Berichterstattung, kein Vorbericht, zu geringe Auflage, etc.) Im professionellen Umfeld ist diese Variante nicht der Fall.

2. Fotograf soll einen reduzierten Presse-Eintritt zahlen oder ein Presseticket kaufen
Ist in etwa wie in Fall 1. nur etwas abgeschwächter.

3. Fotograf soll eine Akkreditierungsgebühr bezahlen
Hier wird eigentlich nur der Sachverhalt anders beschrieben. Oft ist die Gebühr im Vergleich zum Eintrittspreis sehr gering.

4. Der typische Fall: Mit einer Fotoakkreditierung bekommt der Fotograf freien Eintritt und verlässt das Event nach der Fotografierzeit
Das Tagesgeschäft von professionellen Presse- oder Konzertfotografen. Mit dieser Regel soll sichergestellt werden, dass nach der Fotografierzeit (z. B. 3 Lieder) keine weiteren Fotos mehr angefertigt werden. Auch Fans, die sich als Fotograf ausgeben, werden dadurch abgeschreckt.

5. Der Fotograf kann bis zum Ende der Veranstaltung bleiben (nicht fotografieren)
Dies ist z .B. auf Festivals der Fall. Es wäre dort nicht möglich, nach jeder Band die Fotografen vom Gelände zu schicken. Um das Fotografieren nach den 3 Liedern zu vermeiden kann ein Vertrag vorgelegt werden, in dem dies nochmal ausdrücklich steht oder der Fotograf wird gebeten sein Equipment abzugeben, zu verpacken oder aus der Location zu bringen. Dieses Verfahren ist auch notwendig, wenn der Fotograf gleichzeitig Redakteur ist und über das gesamte Event berichten soll.

6. Der Fotograf kann eine Begleitperson mitbringen
Diese Regelung wird auch „plus 1“ genannt. Die Notwendigkeit ergibt sich, wenn Fotograf und Text-Redakteur nicht dieselbe Person ist. Es wird also ein Fotograf und ein „Schreiber“ benötigt. Einige Veranstalter sind hierbei jedoch sehr großzügig und erlauben auch Begleitpersonen, die keine Schreiber sind und kontrollieren dies auch nicht. Dies kann eine Möglichkeit des Veranstalters sein um freien Fotografen eine Veranstaltung schmackhafter zu machen.

7. Zusätzliche Leistungen die der Fotograf zum Arbeiten braucht
Je nach Verfügbarkeit und Veranstalter kann der akkreditierte Fotograf weitere Leistungen bekommen, die er zum Arbeiten benötigt:

  • Arbeitsplatz
  • Stromanschluss
  • WLAN oder Netzzugang
  • Parkplatz oder Ausfahrtkarte
  • Laynyard
  • Presseinformationen auf Stick
  • Schreibutensilien
  • Presseansprechpartner

8. Zusätzliche Leistungen die dem Fotografen das Arbeiten weiter erleichtert

  • Bewachter Presseraum
  • Wasser, Kaffee oder Getränke-Bons
  • Bei längeren Veranstaltungen: Catering, Backstagezugang
  • Fahrservice

Fazit:

Akkreditierung ist nicht gleich Akkreditierung.
Du findest hier bereits 8 unterschiedliche Arten, die auch noch variieren, erweitert oder gemischt werden können.
Und nein, nicht alles ist gratis, es gibt auch Fälle bei denen der Fotograf zahlen soll um zu arbeiten.

 

Autor: Martin Black,  Martin Black ist Pressefotograf und Betreiber des Blogs www.Presse-und-Eventfotografie.de. Er fotografiert prominente Persönlichkeiten sowie kommerzielle und private Events.   www.Martin-Black.de, martin@martin-black.de