10 Gründe für Pressefotografen Ihre Kameras auf Winterzeit umzustellen

Heute früh war es wieder heller als sonst. Ach ja, Winterzeitumstellung. Also ist es gar nicht heller sondern nur eine Stunde später. Tablet, Handy, PC, Funkwetter, etc. zeigen die neue richtige Zeit an. Da muss ich nichts machen. Pre-Funk-Geräte wie Heizung oder unerklärlicherweise auch meine Uhr im Auto muss ich noch mit der Hand umstellen.

 

 

Das sagt Wikipedia zum Thema Zeitumstellung

Eigentlich stellt man durch die Winterzeitumstellung ja nur wieder auf „Normalzeit“ zurück, welche durch die Sommerzeitumstellung verstellt wurde. Wikipedia erklärt das so: „Als Sommerzeit wird die im Sommerhalbjahr oder auch darüber hinaus gegenüber der Normalzeit (Standardzeit, Zonenzeit, umgangssprachlich auch Winterzeit) meist um eine Stunde vorgestellte Uhrzeit bezeichnet. Sie wird fast nur in Ländern der gemäßigten Zonen angewendet.“

10 gute Gründe die Uhren Deiner Kamera umzustellen

Auch die Kameras stellen sich nicht von alleine um. Es gibt viele gute Gründe, warum Du auch auf Deinen Kameras die richtige (bzw. exakte, synchrone) Zeit haben solltest. Hier findest Du meine 10 Gründe als Pressefotograf:

  1. Die Bilder beinhalten ihre Daten
    Die Bilder bekommen die genaue Aufnahmezeit (und eine Menge weitere Infos) in die EXIF-Daten geschrieben. Das merkst und siehst Du erstmal nicht. Aber wenn Du Dir Deine Bilder z.B. in Deinem Dateiverwaltungsprogramm am PC anschaust, kannst Du Dir diese Daten anzeigen lassen. Auch wenn Du diese Info erstmal nicht brauchst, so könnte diese Info ja später mal für Dich wichtig sein. Bilder halten ja sehr lange.
  2. Korrekte Anzeige in Bildbetrachtern
    Bildbetrachtungsprogramme sortieren die Bilder nach diesen Datum- und Zeitinformationen. Die korrekten Werte sorgen dafür, dass die Bilder nicht durcheinander angezeigt werden. Gerade wenn Du mehrere Fotos hast  z.B. noch ein Handy, oder Fotos von einem Bekannten zufügst sollten diese ja auch richtig einsortiert werden.
  3. Geringer Aufwand
    Die nachträgliche Korrektur von Zeit- und Datum ist möglich aber ein verhältnismässig hoher Aufwand im Vergleich zum Stellen der Uhr.
  4. Uhr der Kamera läuft falsch
    Dann wird die Uhr wenigstens 2 mal im Jahr wieder gestellt. Nicht immer laufen die Uhren der Kameras exakt, so daß sie vor- oder nachgehen. Mit der Zeitumstellung hat man einen guten Grund
  5. Mehrere Kameras synchronisieren
    Wenn Du mit mehreren Kameras ein Event fotografierst und danach die Bilder alle in einen Ordner kopierst, z.B. um eine Auswahl zu treffen, ist die korrekte zeitliche Abfolge besonders wichtig. So ist gewährleistet, dass die Bilder von fotografierten Aktionen auf einem Event auch zusammen liegen und somit gut beurteilt und ausgewählt werden können.
  6. Eine falsche Urhzeit wäre einfach nur falsch
    Pressebilder haben einen dokumentarischen Charakter. Eine falsche Zeit (oder ein falsches Datum) wäre einfach nur falsch.
  7. Kalkulation der Arbeitszeit
    Die Uhrzeit kann man auch gut als Arbeitsnachweis verwenden. So  kann man die Uhrzeit vom ersten Bild und vom letzten Bild nehmen um zu berechnen, wie lange man ein Event fotografiert hat. Gerade bei Aufträgen mit Stundenlohn ist dies sehr wichtig und auch für den Kunden sehr gut nachvollziehbar.
  8. Gedächtnisstütze beim Taggen
    Anhand der Uhrzeit kann man die eventuellen unbekannten Personen auf dem Bild z.B. einem Ablaufplan der Veranstaltung zuordnen. So lassen sich Rückschlüsse auf die Person und deren Namen ziehen.
  9. Gedächtnisstütze beim Planen
    Viele Events finden im Jährlichen Rythmus statt. Im Rahmen der Vorbereitung fragt man sich oft nach dem genauen Zeitplan. Wann kam die erste Person am roten Teppich an? Wann die letzte? Wann wurde es dunkel? Wann konnten die Pressevertreter in den Saal? Und viele weitere Fragen zum Ablauf des Events. Mit diesen Informationen kann man das nächste Event sehr gut planen.
  10. GPS Daten
    Für manche Bilder kann es wichtig sein zu wissen wo genau diese aufgenommen wurden. Wenn es keine genauen Angaben wie Ort, Straßennamen und Hausnummer gibt, wird es schon sehr schwierig mit der Beschreibung. Daher helfen hier GPS Daten. Falls Du die Bilder später mit GPS Daten (z.B. von Deinem Handy) abgleichen möchtest, brauchst Du auch die genaue Uhrzeit. Einen Artikel wie das geht findest Du im Geotagging Blog z.B. hier: Kamera-Uhr mit GPS Zeit synchronisieren in Lightroom

So kann man die Kamera-Uhren einfach stellen

Für das Stellen der Kamera-Uhren gibt es verschiedene Möglichkeiten und Hilfsmittel. Bei einer Kamera ist alles recht einfach. Spannender wird es, wenn man mehrere Kameras synchronisieren möchte.

1. Nutzen von Tools
Kamerahersteller bieten häufig Tools an, mit denen die Bilder der Kameras ausgelesen werden können oder welche sogar die Kamera fernsteuern. Manchmal können diese Tools auch die Uhr stellen. Oder noch besser, diese synchronisieren sich automatisch. Man muss dann nur daran denken, alle seine Kameras automatisch synchronisieren zu lassen. Auch gibt es wohl solche Tools von nicht-Kamera-Herstellen wie z.B. Bildbearbeitungsprogramme, welche diese Funktion anbieten. Bei meinen Recherchen zu diesem Artikel habe ich aber viele Beiträge gefunden, bei denen diese Verfahren nicht immer zu 100 % funktionieren. Da ich diese Programme auch nicht nutze (bzw. nicht regelmässig mit allen meinen Kameras nutze) halte ich hiervon Abstand und mache das auf manuellem Weg.

2. Kameras manuell stellen
Für meine Zwecke ist es völlig ausreichend, wenn die Kamera-Uhren ein paar Sekündchen abweichen. Bei Teppich-Events, Galas, Fernsehshows oder Konzerten passiert nicht sehr viel in 2 Sekunden (z.B. beim Sport mag es da völlig anders sein).

Als Referenzuhrzeit nehme ich die Uhrzeit von meinem Handy. Ich habe da immer ein besseres Gefühl als bei meinem Funkwecker. Ausserdem kann ich das Handy im Fotostudio schön auf den Tisch legen und die Uhrzeit gut anzeigen lassen.
Jetzt werden zwei Kameras auf die Minute eingestellt, die als nächstes kommt. Also wenn jetzt 10:59 ist, dann stelle ich die Kameras auf 11:00. Aber ich bestätige die Zeit noch nicht. Wenn ich eine zusätzliche helfende Hand habe, bekommt diese auch eine Kamera in die Hand gedrückt. Beim Umschalten der Handyuhr auf 11:00 bestätige ich/wir auch die Zeit in den Kameraeinstellungen, so dass diese zu laufen beginnt. Dann noch einmal eine Sichtkontrolle machen. Wenn die Abweichung zu gross ist, mache ich es einfach nochmal. Mehr als 3 Versuche habe ich nie benötigt um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Mit den anderen Kameras mache ich es dann einfach genauso. Auch mit selten benötigten Kameras oder Backup-Kameras. Wenn man schon dabei ist, sollte man es komplett machen.

Fazit:

Eigentlich geht es ja sehr schnell, die Kameras einzustellen. Und die 10 Gründe von oben bestätigen ja auch die Wichtigkeit der Synchronität und korrekter Zeit. Aber trotzdem denke ich zwischen den Zeitumstellungen nur sehr selten daran mal wieder alles zu korrigieren und einzustellen. So dass die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit und umgekehrt wirklich ein willkommener Anlass und eine gute Erinnerung an diese Tätigkeit sind.

Dein Feedback kann den Artikel für weitere Leser besser machen:
Nutzt Du ein Tool um die Kamera-Uhren zu synchronisieren? Welches Tool? Klappt das gut?
Stellst Du die Uhren auch mal zwischen den Zeitumstellungen? Bei welcher Gelegenheit?
Bitte schreibe mir doch Deine Ergänzungen in die Kommentare.

Autor: Martin Black,  Martin Black ist Pressefotograf und Betreiber des Blogs www.Presse-und-Eventfotografie.de. Er fotografiert prominente Persönlichkeiten sowie kommerzielle und private Events.   www.Martin-Black.de, martin@martin-black.de

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